Der Mythos „man braucht Geld zum Investieren" kostet sehr viel: Gerade weil wir auf „genug" warten, investieren wir nie. Mit 100 € und einem guten Vehikel bist du dabei — und es ist die monatliche Gewohnheit, nicht die Summe, die Vermögen aufbaut. So geht es in Deutschland.
Warum 100 € reichen
Investieren funktioniert über Regelmäßigkeit, nicht über Beträge: 100 € im Monat zu 7 % über 30 Jahre ergeben über 120.000 € (siehe Zinseszins einfach erklärt). Was zählt: früh starten, automatisieren und in den Schwankungen nicht verkaufen. 100 €/Monat mit 25 schlagen 300 €/Monat mit 40.
Die Fahrzeuge für den Start
1. Der ETF-Sparplan (die einfachste Option)
Ein ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World bildet ~1.500–3.600 Unternehmen in einem Produkt ab, mit minimalen Gebühren (~0,12–0,30 %/Jahr). Das ist der Standardeinstieg: sofortige Streuung, ohne einzelne Aktien auszuwählen.
2. Depot und Sparplan
Die meisten Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) und Direktbanken (ING, DKB, comdirect) bieten kostenlose ETF-Sparpläne ab 1–25 €. Ein Depot ist kostenlos und jederzeit kündbar.
3. Die Steuer
In Deutschland greift die Abgeltungsteuer (26,375 % inkl. Solidaritätszuschlag) — mit Freistellungsauftrag (1.000 €/Jahr) bleibt der Anfang steuerfrei. Weitere Details in der Steuererklärung (Anlage KAP).
Den Broker wählen
Mit 100 € entscheiden die Gebühren: Wähle einen Online-Broker mit kostenlosen ETF-Sparplänen und kostenlosem Depot. Neobroker führen hier klar; klassische Filialbanken kosten oft 5–10 € pro Order. Vergleiche, bevor du wählst.
Der Aktionsplan
1. Depot beim Broker deiner Wahl eröffnen (kostenlos, 10 Minuten). 2. 100 € überweisen (der Mindestbetrag liegt oft bei 1–25 €). 3. Einen MSCI-World-ETF kaufen (eine einzige Order). 4. Einen monatlichen automatischen Sparplan von 50–100 € am Gehaltstag einrichten. 5. Schau nur einmal im Jahr auf dein Depot. Das ist alles: Die Regelmäßigkeit macht die Arbeit.
Fehler mit kleinem Budget vermeiden
(1) 1–2 Einzelaktien kaufen — mit 100 € streut ein ETF besser als eine einzelne Aktie. (2) Hohe Gebühren zahlen — ein klassischer Broker mit 10 € pro Order frisst dein Budget. (3) In einer Schwächephase verkaufen — Märkte fallen alle 2–3 Jahre und erholen sich; wer verkauft, macht den Rückgang zum Dauerdefizit. (4) Nicht diversifizieren — Vermögen diversifizieren ist Regel Nr. 1.
Mit 100 € zu investieren ist kein Gag: Es ist die erste Rate eines Plans, der in 30 Jahren über 100.000 € erreichen kann. Eröffne dein Depot, kaufe einen Welt-ETF, automatisiere 50–100 €/Monat und lass den Zinseszins arbeiten. Fehlerfrei an der Börse starten für den nächsten Schritt.
FAQ
Kann man wirklich mit nur 100 € an der Börse investieren?
Ja. Mit einem ETF, einem kostenlosen Depot und einem Sparplan reichen 100 € für den ersten Kauf. Die monatliche Regelmäßigkeit zählt mehr als der Betrag: 100 €/Monat zu 7 % ergeben über 120.000 € in 30 Jahren.
Was ist das beste Fahrzeug für den Einstieg?
Ein ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World wegen Streuung und minimaler Gebühren. In Deutschland bieten Neobroker kostenlose Sparpläne ab 1 €; mit Freistellungsauftrag bleibt der Anfang steuerfrei.
Welche Gebühren muss ich mit kleinem Budget beachten?
Ordergebühren (vermeiden über 1–2 €), Depotgebühren (bei Neobrokern 0 €) und die ETF-Kosten (~0,12–0,30 %/Jahr). Kostenlose Sparpläne der Neobroker sind die ideale Lösung für 100 €/Monat.
Was tun, wenn die Börse direkt nach dem ersten Kauf fällt?
Nichts — genau dann weiterzumachen. Märkte fallen alle 2–3 Jahre und erholen sich. Bei einem Horizont von 10+ Jahren ist jeder Rückgang eine Chance, günstiger zu kaufen. Verkaufe nie in Panik.